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Heimatbund: Das Allgäu wird 1200 Jahre alt

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(Kempten)
Das Allgäu wird 1200 Jahre alt. Die älteste bekannte Urkunde, die das „albgauische Gau“ betrifft, trägt das Datum 7. Februar 817 und wird in der Stiftsbibliothek in St. Gallen (Schweiz) aufbewahrt. Auf dieses geschichtsträchtige Datum macht jetzt der Heimatbund Allgäu aufmerksam, der sich die Pflege der Allgäuer Identität, seiner Geschichte und Traditionen zur Aufgabe gemacht hat.

Die Urkunde in St. Gallen, von wo aus das Allgäu einst christianisierte wurde, betrifft ein Besitztum in der heutigen Marktgemeinde Oberstaufen. Ein Grundstück im Ortsteil Zell wurde damals dem Kloster St. Gallen übereignet.

Aus der in lateinischer Sprache verfassten Urkunde lässt sich erahnen, dass der „albgauische Gau“ seinerzeit kein neues Gebilde, sondern schon zuvor besiedelt war. Der erste Beweis dafür stammt von Februar des Jahres 817.

Gerhard Klein, Gymnasiallehrer in Immenstadt, Heimatforscher und Archivpfleger des Landkreises Oberallgäu, hat nach den Forschungsergebnissen des Historikers Ulrich Crämer zusammengefasst, welche Gebiete Anfang des 9. Jahrhunderts im Allgäu besiedelt waren. Zitat Klein: Die erstmaligen Erwähnungen des Begriffs „Allgäu“ in St. Gallener Urkunden der ersten Hälfte des 9. Jahrhunderts sind Ausgangspunkt von Überlegungen des Historikers Ulrich Crämer für einen Versuch, Grenzen des „Ur-Allgäus“ festzulegen. Dabei stellt Crämer zunächst fest, dass der Begriff in diesen Urkunden wie selbstverständlich verwendet wird, so dass er offensichtlich schon früher gebräuchlich war. Zu früh ansetzen kann man die Gebietsbezeichnung aus siedlungshistorischen Gründen aber wiederum auch nicht, so dass Crämer zu dem Schluss kommt, dass das Allgäu im Ursprung ab ca. 720/750 fassbar sein dürfte. In einem zweiten Schritt versucht Crämer dann festzulegen, wie dieses Gebiet des Allgäus, in dem die urkundlich im 9. Jahrhundert belegten Orte (z.B. 817 Zell bei Oberstaufen) liegen, umgrenzt sein konnte. Den groben Rahmen geben für Crämer Siedlungen vor, deren Ortsnamen auf „-hofen“ enden, wobei man zwei Gruppen feststellen kann: Erstens die Sonthofener Gruppe (beispielsweise mit Berghofen, Greggenhofen etc.) und zweitens die Stiefenhofener Gruppe (etwa mit Kalzhofen, Ellhofen etc.). Das „Ur-Allgäu“ des 9. Jahrhunderts umfasste somit ungefähr das Gebiet des Altlandkreises Sonthofen und des östlichen Teils des Landkreises Lindau. (Ende des Zitats Klein)


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Resolution des Heimatbund Allgäu gegen den massiven Ausbau von Windkraftanlagen

Der Heimatbund Allgäu, der mit größter Sorge die Pläne zum massiven Ausbau der Windenergie im Allgäu verfolgt, nimmt als Dachverband von 34 Vereinen mit über 8000 Mitglieder zum Bau von weiteren Windkraftanlagen Stellung:

Die Allgäuer Alpen mit ihren vorgelagerten sanften Hügeln stellen ein in Deutschland einmaliges Landschaftsensemble dar. Diese einzigartige Natur- und Kulturlandschaft darf nicht mit weiteren Windkraftanlagen belastet werden.

Der Heimatbund stimmt zu, dass jede Region möglichst selbst nachhaltig wirtschaften sollte - ökonomisch, sozial und ökologisch. Aber es muss nicht in jeder einzelnen Region alles und jedes vollständig umgesetzt werden. Wir importieren selbstverständlich viele Rohstoffe, die es bei uns nicht gibt. Das Allgäu sollte durchaus ohne schlechtes Gewissen auch Energie aus Regionen importieren können, in denen sich Strom aus Windkraft effektiver und landschaftsverträglicher gewinnen lässt.

Nach Auffassung des Heimatbundes Allgäu gilt es, unsere in Jahrtausenden gewachsene Heimat nicht einem unkoordinierten Energie-Aktionismus zu opfern, sondern im Sinne wirklicher Nachhaltigkeit als Lebens- und Erholungsraum sowie als wirtschaftliche Basis für unseren hochwertigen Tourismus zu erhalten.